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Immer wieder mussten wir erfahren, wie gefährlich die Arbeit der Sicherungs- und Rettungskräfte auf unseren Straßen ist. Wir, die daneben stehen und einfach nur beobachten und berichten, wollten mehr. Wir wollten zeigen, was Retter und Berger erleben. Die Straße ist ihre Arena, in der sie berufen sind, zu helfen. Und wir wollen dazu beitragen, dass ihre Arbeit sicherer wird.

Was wir leisten
Unsere Dokumentation ist so angelegt, dass beteiligte Einrichtungen auf sie zurückgreifen können. Da diese Einrichtungen durch diese Zuarbeit keinen wirtschaftlichen Vorteil haben, erheben wir hierfür auch keine Honorare. Dort, wo unsere Fotos zu gewerblichen Zwecken eingesetzt werden, ist deren Veröffentlichung honorarpflichtig.

Die Verkehrsflieger arbeiten nicht nur für die Verkehrsnachrichten, sondern unser Partner Air-Service-Berlin macht bei Wunsch eine zusätzliche Luftbeobachtung von Großveranstaltungen, sportlichen Ereignissen oder auch aus der Luft zu dokumentierende Dinge. Hierzu steht ein Hubschrauber bereit, der kurzfristig mit unseren Luftbild-Fotografen eingesetzt werden kann. Rufen Sie uns an und wir gehen für Sie in die Luft.

Kaum beachtet: Räumdienste der Autobahnmeistereien

Schneepflug-Unfall

(pj) An die klirrende Kälte hat man sich gewöhnt. Der Weg zur Arbeit ist mittlerweile geräumt, an den Straßenrändern häufen sich die zwischenzeitlich unansehnlich gewordenen gefrorenen Massen. Der Winter hat uns im Griff.

Rund um die Uhr sind die Autobahnmeistereien in Deutschland gerade zur Winterzeit im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass die Autobahnen mit ihren Auf- und Abfahrten befahrbar bleiben. Ihr Einsatz wird vom Wetter bestimmt. Gut durchorganisiert regeln sie ihre Arbeit, ohne dabei groß in Erscheinung zu treten. Kaum jemand dankt es ihnen, das Gewohnheitsprinzip macht gleichgültig.

Seit zwei Uhr in der früh sind die Autobahnmeistereien dabei, Brandenburgs Autobahnen um Berlin herum für den Nutzer befahrbar zu machen. Erneuter Schneefall musste geräumt werden. Mit futuristisch anmutenden Fahrzeugen, die mit ihren Schneepflügen bis zu sechs Meter breite Schneisen ziehen können, machen sich die Arbeiter auf den Weg. Es muss schnell gehen, denn die Zeit bis zur morgendlichen Rushhour drängt. Zwei Fahrzeuge fahren versetzt, um die Bahn gänzlich vom Schnee zu räumen. Der Vorderste schiebt den Schnee von der linken Fahrspur nach rechts rüber. Ihm folgt sein Kollege, der das, was ihn vor den Pflug geworfen wurde, samt Massen der eigenen Fahrspur weiter nach rechts auf den Seitenstreifen wirft, wo sie kaum noch gefährden können. Gleichzeitig wird aber noch gestreut.

Eine gewisse Räumgeschwindigkeit (35 km/h) ist schon erforderlich, denn die teilweise schweren Massen folgen dem Trägheitsprinzip. „Morgens, wenn wir dann auf die noch wenig befahrenen Strecken räumen, müssen wir uns konzentrieren“, sagt Reinhard Arndt, Straßenwärter der Autobahnmeisterei Erkner. Ein Blick in sein Fahrzeug erinnert da schon an die Ausstattung eines Flugzeuges. Jeder  Schneepflug am Fahrzeug – davon besitzt jedes Räumfahrzeug zwei Stück – kann in allen nur erdenklichen Winkeln verstellt werden. Blinkende Anzeigen helfen dem Fahrer dabei, die richtige Einstellung zu finden.

Die Räumfahrzeuge fahren nicht planlos. Vorgegebene Räum- und Streupläne ermöglichen einen effizienten Einsatz der Winterdiensttechnik. So werden die Frauen und Männer der Autobahnmeistereien dann auch pünktlich fertig.

Die Räumboliden erledigen im Team ihre perfekte Arbeit. Und trotzdem kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, die bislang noch glimpflich ausgingen. „Einigen Autofahrern ist unsere Räumgeschwindigkeit zu gering“ beginnt Arndt mit seinen Ausführungen. „So dachte sich dann vor einiger Zeit auch eine Fahrerin, sie müsse uns überholen. Und sie schaffte es, sich zwischen den beiden Fahrzeugen durchzuschlängeln. Wir sahen das Manöver und waren darauf vorbereitet. Die Frau geriet ins Schleudern, setzte sich quer vor einem Räumfahrzeug. Wir schafften es, rechtzeitig zu halten. Sie kam mit dem Schrecken davon“.

Einige Verkehrsteilnehmer empfinden die Arbeit der Räumteams als störend: sie fahren langsam, verteilen unter Umständen auch noch rostbildendes Streugut. Das stößt bei den Uneinsichtigen auf wenig Verständnis. Dass die Straßenwärter ihren Job zur Sicherheit aller ausüben, daran denken die Meisten leider nicht. Und so ernten sie immer wieder Schimpftriaden und Wutausbrüche. Zu Unrecht.

„Das frustriert“ schließt Arndt den Satz, grinst und meint: „ wir machen aber weiter, und zwar gerne. Denn wir sind für den reibungslosen Betrieb ‚unserer’ Bahn verantwortlich“.

Andreas Müller, Chef der Erkner Crew, ergänzt zum Schluss die Ausführungen seines Mitarbeiters Arndt: „.. wir würden uns schon wünschen, wenn die Autofahrer etwas mehr Rücksicht nehmen. Wir räumen in ihrem Interesse, deshalb sollten sie den Fahrzeugen mit den Rundumleuchten ruhig Vorfahrt gewähren, damit auch tagsüber die Autobahn nach Schneefall schnell wieder geräumt werden kann.“

Einen Bericht über die Arbeit der Autobahnmeisterei werden wir in der nächsten Zeit veröffentlichen.

Ignoranz: Schnee und Wasser

Schneepflug-Unfall

(khk) Das Wetter schlägt Kapriolen. Bleibt es zu Weihnachten grün, schneit es Silvester. Damit uns dann die Pracht auch erhalten bleibt, werden im Januar weitere Massen abgelassen. Weiße Landschaft, schön anzuschauen.

In diesem Jahr meinte es das Wetter besonders gut und bedachte uns Deutsche mit einem Mehr an Schneemassen. Es war dann soviel, dass ganze Bauten unter der Last großer Schneemengen zusammen brachen. Wir bedauern Tote, müssen Verletzte akzeptieren. Feuerwehren, THW, ja, sogar Soldaten werden zu Räumdiensten auf Dächer berufen. Dass auch dieser Job gefährlich ist, zeigt das tragische Unglück in Traunstein: ein 27jähriger Feuerwehrmann stürzte durch eine verschneite Lichtkuppel 15 Meter tief und war sofort tot.

Nun hat der Schnee die Angewohnheit, sich unter Wärmeeinfluss zu verflüssigen. Warme Winde befreiten uns von Schneemengen und bescherten uns Unmengen an Wasser. Der gefrorene Boden konnte die Massen nicht aufnehmen, Keller wurden überflutet, Straßenzüge für den Verkehr unpassierbar. Dauereinsatz für fast alle Feuerwehren der Region Berlin und Brandenburg. Gemeinsam mit der zuständigen Polizei versuchten sie, den kniehohen Fluten Herr zu werden. Das dies kaum funktionieren konnte, war allen klar. Wohin sollte man die Mengen auch pumpen?

In den letzten Tagen wurden Kilometer an Schläuchen gelegt. Immer wieder gelang es, das Wasser von Häusern und Straßen fern zu halten. Tragkraftspritzen lärmten Tag und Nacht und wetteiferten in der Vibration mit den fröstelnden Frauen und Männer der Feuerwehren.

Der Einsatz von Polizei und Feuerwehr verschonte so Manchen vor noch schlimmeren Überflutungsfolgen. Mit besonderer Weitsicht alarmierte beispielsweise der Werneuchener Feuerwehrchef Rainer Sachse regionale Wehren zu einem Umspannwerk. Dort stand das Wasser bereits oberhalb des Sockels. Es hätte nur noch Stunden gedauert und die Region wäre völlig stromlos gewesen. E-ON-Mitarbeiter staunten nicht schlecht, wie die örtlichen Pumpen ein Wunder vollbrachten: Die Mengen waren so groß, dass eigentlich nur noch die Großpumpen des THW hätten helfen können. Aber die Werneuchener packten es, über Nacht war der neue See trocken gelegt.

Erschrocken macht die Rücksichtslosigkeit vorbei fahrender Autofahrer. Immer wieder schießt hoch spritzendes Wasser durch Verdrängung breiter Autoreifen auf die Schutzkleidung fleißiger Helfer. Dabei interessiert das verhängte Durchfahrverbot nicht, Egoismus geht vor. Schrankenzäune werden einfach zur Seite geschoben.

Irgend jemand hat aus einer Veranlassung heraus über die Verrohung der Menschen diskutiert. Wer bislang an den Ausführung zweifelte, wird hier eines Besseren belehrt. Allerdings sind die Verursacher nicht aus einem Teil der Republik, sondern aus dem zivilisierten Deutschland. Verständnis wird geweckt für die frustierten Beamten, die sich mit unserem Straßenverkehr auseinander setzen. Sie erleben Tag für Tag Gleichgültigkeit, Ignoranz und die unbändige Wut zahlreicher Erwischter.

Wo bleibt die Umgangskultur, mit der wir aufgewachsen sind?